AUSBILDUNGSPLATZ WECHSELN – DAS BESTE VORGEHEN

Es kommt immer wieder vor, dass Auszubildende nach einigen Wochen oder Monaten im Betrieb ernsthafte Zweifel an ihrer Entscheidung hegen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein – und es gibt einige, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Hier erfährst du, wann ein Wechsel des Ausbildungsplatzes tatsächlich sinnvoll ist und was du dabei beachten solltest.  

Sinnvolle Gründe für einen Ausbildungsplatzwechsel

  Streit mit einem Kollegen oder ein Tadel vom Chef sind sicher noch keine Gründe, einen Arbeitsplatzwechsel vorzunehmen oder gar eine andere berufliche Laufbahn einzuschlagen. Es gibt jedoch bestimmte Voraussetzungen, unter denen es durchaus angebracht ist, über einen Wechsel des Arbeitsplatzes nachzudenken:  
Wann ein Wechsel notwendig ist Wann ein Wechsel sinnvoll sein kann
Qualität: Wenn du zu wenig lernst oder dich unterfordert fühlst bzw. wenn du feststellst, dass die Ausbildung dich überfordert. Betreuung: Wenn sich niemand für dich „verantwortlich“ fühlt bzw. du nicht vernünftig eingearbeitet wirst.
Belästigung: Wenn du von jemandem im Betrieb sexuell belästigt wirst. Betriebsklima: Wenn du dich in dem Betrieb unwohl fühlst oder gar gemobbt wirst.
Zahlungsmoral: Wenn von dir erwartet wird, dass du unbezahlte Überstunden leistest und/ oder dein Gehalt zu spät bzw. gar nicht gezahlt wird. Hilfstätigkeiten: Wenn du überdurchschnittlich oft für einfache Hilfstätigkeiten wie Kaffee kochen oder Badezimmer putzen eingesetzt wirst.
 

Erst überlegen, dann handeln

  Bevor du deine Ausbildung aus Verzweiflung abbrichst, ist ein Arbeitsplatzwechsel natürlich die bessere Alternative. Doch auch hier gibt es Hindernisse, über die du dir im Klaren sein solltest. So wirst du beispielsweise nicht nur deinem neuen Ausbilder, sondern auch allen Personalchefs, bei denen du zukünftig vorstellig wirst, eine plausible Begründung für den Wechsel nennen müssen. Aus diesem Grund sollte an erster Stelle ein Gespräch mit dem Vorgesetzen stehen. Ein Tipp: Um sich gegen etwaige Rechtsstreitigkeiten abzusichern, kann es sinnvoll sein, die hier geäußerten Anliegen noch einmal schriftlich einzureichen.   Sollte deine Entscheidung für einen Wechsel auch nach dem Gespräch noch feststehen, gehe überlegt vor: Zu wissen, dass du deine aktuelle Ausbildung nicht fortsetzen möchtest, ist nicht ausreichend. Überlege stattdessen, wie deine Alternativen aussehen – und ob du nur den Betrieb oder gleichzeitig in einen anderen Beruf wechseln willst.  

Zum neuen Ausbildungsplatz in 5 Schritten: So gehst du am besten vor

 
  1. Erst absichern, dann kündigen.
Stelle sicher, dass du deinen neuen Ausbildungsplatz sicher hast, bevor du deinen aktuellen Arbeitgeber über deine Pläne informierst. Achte darauf, deinen Wunsch nach einem neuen Ausbildungsbetrieb bzw. einem neuen Beruf sachlich und professionell zu formulieren. Darüber hinaus solltest du in Erfahrung bringen, ob die bereits absolvierten Ausbildungsanteile von deinem neuen Ausbilder übernommen werden.  
  1. Ausbildungsplatz rechtssicher kündigen
Die ideale Lösung ist ein Aufhebungsvertrag, bei dem beide Parteien auf die Fortführung des Ausbildungsvertrags verzichten. Der einzige andere Weg ist eine fristlose Kündigung vonseiten des Azubis, die im schlimmsten Fall jedoch eine Schadenersatzklage von Arbeitgeberseite zur Folge haben kann. Fristlose Kündigungen sind lediglich gerechtfertigt bei
  • sexueller Belästigung am Arbeitsplatz,
  • Diskriminierung/ Mobbing,
  • ausstehenden Gehaltszahlungen/ unbezahlten Überstunden u.
  • Verstößen gegen Arbeitsschutzbestimmungen.
 
  1. Ansprüche klären
Stelle sicher, dass dein letztes Gehalt voll überwiesen wird, deine Arbeitspapiere vollständig sind und sowohl Überstunden als auch Resturlaub korrekt berechnet wurden. Verzichte nicht auf deine Rechte, nur weil du den Betrieb verlässt.  
  1. Gut vorbereitet in die neue Ausbildung starten
Da der Arbeitsplatzwechsel häufig mit einer Probezeit verbunden ist, solltest du dich gut auf deinen neuen Arbeitsplatz und die jeweiligen Inhalte vorbereiten. Hier kann es hilfreich sein, Nachschlagewerke und Lernmaterialien zu Hilfe zu nehmen: Unter kiehl.de findest du ein breites Angebot an praktisches Lernhilfen und Prüfungsaufgaben für alle Branchen, die dir dabei helfen können, dein Wissen zusätzlich zu vertiefen.