WAS BEDEUTET CANDIDATE EXPERIENCE?

Candidate Experience – Das positive Kandidatenerlebnis im Bewerbungsprozess

  Die Verschiebung vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt hat sich längst vollzogen. Dies ermöglicht es dir als Bewerber, mehr und mehr Anforderungen an Bewerbungsprozesse zu stellen und sich auch mal gegen ein Unternehmen zu entscheiden, wenn es an einer positiven Candidate Experience fehlt.  

Was bedeutet Candidate Experience?

  Candidate Experience bedeutet nichts anderes, als dass du als Bewerber bei jeder Begegnung mit dem potenziellen Arbeitgeber beziehungsweise dem Unternehmen ein positives, angenehmes und wertschätzendes Erlebnis hast. Das heißt, dass sämtliche Berührungspunkte vor, während und nach dem Bewerbungsverfahren ausschließlich positive Eindrücke bei dir hinterlassen. Vom ersten Lesen der Stellenanzeige und der Karriereseite, über den Bewerbungsprozess mit Anschreiben, Formularen und Vorstellungsgespräch bis hin zu Schnelligkeit und Qualität des Feedbacks im Anschluss.  

Veraltete Prozesse – wenn Unternehmen vergraulen statt motivieren

  Als Bewerber möchte man vor allem eines: Schnell herausfinden, ob der Job und der Arbeitgeber gut zu einem passen. Hierfür ist es wichtig, dass man schnell und unkompliziert die wichtigsten Informationen rund um das Unternehmen und den Arbeitsalltag findet. Doch noch immer haben zahlreiche Unternehmen veraltete Prozesse, langsame, nicht mobil optimierte Webseiten und stellen Bewerbern eher Hürden, statt diese von sich zu überzeugen. Hat man sich als Bewerber dann mühselig durch die Website und verschiedene Bewertungsportale geklickt, stellen sich gleich die nächsten Barrieren: Von endlos langen, langsamen und sich aufhängende Bewerbungsformularen über mangelnde Transparenz bezüglich der weiteren Schritte bis hin zu fehlenden Kontaktmöglichkeiten und wochenlangen Wartezeiten. Unternehmen stellen häufig viele Anforderungen an ihre Bewerber und Mitarbeiter. Zunehmend trifft man auf Stellenanzeigen, bei denen die sogenannte „eierlegende Wollmilchsau“ gesucht wird. Doch selbst erfüllen Unternehmen grundlegende Bedürfnisse nach transparenten, einfachen Bewerbungsprozessen und einer ausbalancierten Vertrauensbeziehung zum Bewerber nicht. Statt Bewerber anzulocken, vergraulen Sie diese mit einer mangelhaften Candidate Experience.  

Anforderungen von Bewerbern an den Bewerbungsprozess

  Bewerber wollen in der Regel einfache Prozesse. Da reicht schon die Möglichkeit, seine Bewerbungsunterlagen bequem an eine E-Mail-Adresse zu schicken. Denn diese hat man in der Regel schon am PC vorbereitet und Zip-Dateien mit sämtlichen wichtigen Unterlagen parat. Muss man all diese Informationen nun umständlich in nicht enden wollende Formulare eintragen, statt mit wenigen Mausklicks abschicken zu können. Das schreckt ab. Alternativ freut man sich als Bewerber darüber, wenn man Bewerbungsformulare über Online-Portale nicht erst stundenlang ausfüllen muss. Eine Verknüpfung zum eigenen Xing- oder LinkedIn-Profil verkürzt den Prozess und bringt dich schneller ans Ziel. Hier hinken viele Unternehmen jedoch nach wie vor hinterher. Auch die Kommunikation und Transparenz sind wichtig. Sobald ich meine Bewerbung abgeschickt habe, möchte ich eine kurz Informationen, wie sich der Zeitrahmen in etwa gestaltet. Wird man zeitnah zum Vorstellungsgespräch eingeladen, verschaffen einem wichtige Informationen zur Anfahrt, zum Ablauf und den Gesprächspartnern positive Eindrücke vom Unternehmen. Selbst Banalitäten, wie ein Glas Wasser oder einen Kaffee angeboten zu bekommen, sorgen dafür, dass ich mich als Bewerber wertgeschätzt fühle. Nach dem Gespräch ist ein zeitnahes und konstruktives Feedback wichtig, damit man als Bewerber auch bei negativen Nachrichten dennoch ein gutes Bild vom Unternehmen hat.  

Fazit

  Unternehmen stellen hohe Anforderungen an ihre Bewerber. Diesen dann wenigstens eine positive Canidate Experience zu bereiten, gelingt vielen jedoch nicht. Doch als Bewerber hat man zunehmend die Möglichkeit, ein Unternehmen aufgrund von mangelhaften Bewerbungsprozessen abzulehnen. Es ist daher wichtig, gezielt zu den Anforderungen, die man als Bewerber an einen Bewerbungsprozess stellt, zu stehen. Nur so lernen Arbeitgeber langfristig, ihre Prozesse entsprechend anzupassen.