TIPPS ZUR VORBEREITUNG AUFS ASSESSMENT CENTER

Das erwartet Dich in einem Assessment Center.

  Die meisten Bewerber haben keine Vorstellung davon, was sie in einem Assessment Center erwarten wird. So entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche Mythen und Legenden über das gefürchtete Bewerbungsverfahren einiger Arbeitgeber. Mit einer entsprechenden Vorbereitung brauchst Du Dir jedoch keine Sorgen bei der Bewerbung in einem Unternehmen machen, dass ein Assessment Center durchführt.  

Was ist Assessment?

  Dieser Begriff klingt deutlich abschreckender, als er eigentlich ist. Unter Assessment versteht man lediglich eine Erfassung von psychologischen und anderen Merkmalen für einen speziellen praktischen Zweck. Im Kontext der Bewerbung handelt es sich dabei also lediglich um eine Informationserhebung des Arbeitgebers über den Kandidaten, um zu überprüfen, ob der Arbeitgeber an einer Beschäftigung des Bewerbers interessiert ist. Ein deutlich angenehmeres Wort, das nahezu das gleiche aussagt, wäre Einstellungstest.  

Warum führen Unternehmen ein Assessment Center durch?

  In den letzten Jahren sind viele Unternehmen dazu übergegangen, einen potentiellen Berufseinsteiger oder Trainee in einem solchen Bewerbungsverfahren zu testen. Da jede Übung dieses Bewerbungsverfahrens dem Unternehmen viel Geld kostet, muss es einen guten Grund dafür geben, dass das Unternehmen genau diese Übung oder diesen Test unbedingt durchführen möchte.   Für das Unternehmen entsteht durch die Beschäftigung eines neuen Arbeitnehmers grundsätzlich ein gewisses Risiko. In den meisten Berufen müssen stressige Situationen souverän gemeistert werden, um dem Unternehmen einen Mehrwert zu liefern. Die meisten Aufgabenstellungen können lediglich mit ausgeprägten Sozialkompetenzen und Teamwork erfolgreich bearbeitet werden.   Natürlich sind sich die Arbeitgeber darüber bewusst, dass eine umfangreiche Bewerbung inklusive eindrucksvollem Lebenslauf nahezu nichts über die Qualitäten des Arbeitnehmers aussagt. Zentrale Kernkompetenzen wie Flexibilität, Belastbarkeit und Improvisationstalent können von den Bewerbungsunterlagen weder dargestellt noch nachgewiesen werden.   Mithilfe eines Assessment Centers erhofft sich das Unternehmen, die tatsächliche Arbeitstauglichkeit des Interessenten der Stelle herauszufinden und überprüfen zu können, ob die Persönlichkeit des Interessenten zum Unternehmen passt. In der Regel gelingt es Menschen, die dringend auf der Suche nach einer Arbeitsstelle sind, sich während des maximal einstündigen Bewerbungsgespräch so stark zu verstellen, dass ihre Chancen auf eine Beschäftigung maximiert werden. Diese Fassade über ein achtstündiges AC aufrecht zu erhalten, schafft für gewöhnlich kaum jemand.  

Wie bereitet man sich am besten vor?

  Um dennoch hohe Chancen auf eine Einstellung als Berufseinsteiger oder Trainee zu haben, ist also eine entsprechende Vorbereitung notwendig. Für gewöhnlich wird Dein Wissen über das entsprechende Fachgebiet sowie das Unternehmen selbst abgefragt. Entsprechend beginnt Deine Vorbereitung mit einer Internetrecherche über das Unternehmen, bei dem Du Dich bewerben möchtest. Lies Dir sowohl die gesamte Website als auch die Stellenbeschreibung gründlich durch und mach Dir Notizen. Besonders wichtig sind hierbei die Geschichte des Unternehmens, die angebotenen Produkte und Dienstleistungen sowie die Namen und Gesichter im Management des Unternehmens.   In manchen Unternehmen besteht die Möglichkeit, mit Mitarbeitern des Unternehmens in Kontakt zu treten und diese nach ihren Erfahrungen mit dem Assessment Center zu fragen. Hierbei sind insbesondere bereits bestehende Kontakte als auch soziale Medien hilfreich. Entgegen den Befürchtungen vieler Bewerber wird eine Kontaktaufnahme mit der Personalabteilung zum Zwecke einer Befragung über den Ablauf des Assessment Centers nicht negativ gewertet, sondern signalisiert der Personalabteilungen in den meisten Fällen ein hohes Interesse am Unternehmen.  

Wie ist der typische Ablauf?

  Meist beginnt das Verfahren mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Hierbei bekommst Du fünf bis zehn Minuten Zeit, um Dich selbst vorzustellen. In manchen Fällen werden die Bewerber bei mangelnder Vorbereitung bereits nach diesen 5 Minuten nach Hause geschickt. Bereite Dich also gut auf eine kurze Vorstellung vor. Die große Herausforderung dabei besteht darin, Deine gesamte bisherige Karriere sowie Dich selbst positiv darzustellen, ohne den Eindruck eines Selbstdarstellers zu erwecken.   Nach dieser Vorstellungsrunde besteht das hauptsächliche Ziel darin, Dich in einer künstlichen Situation unter Druck und Stress zu setzen. Hierfür könnte beispielsweise eine Liste ausgegeben werden, die einige berufliche und private Aufgaben beinhaltet, die in einem bestimmten Zeitrahmen abgearbeitet werden müssen. Diese Aufgaben müssen priorisiert und bezüglich ihres voraussichtlichen Zeitaufwands eingeschätzt werden. Natürlich sind die Aufgaben so kalkuliert, dass Du sie unter keinen Umständen alle schaffen kannst. Neben einer Ermittlung der Prioritäten des potentiellen Arbeitnehmers wird hierbei vor allem die Ehrlichkeit getestet. Der Punkt „krankes oder verletztes Kind von der Schule abholen“ darf also keinesfalls zugunsten der Arbeit gestrichen werden. Ebenfalls wird ungern gesehen, wenn Termine mit dem Chef zugunsten anderer Aufgaben aufgeschoben oder gestrichen werden.   Letztlich stellt besonders das Rollenspiel eine große Herausforderung für viele Menschen dar. Für dieses ist eine hohe Improvisationsfähigkeit notwendig. In der Regel haben diese Situationen jedoch grundsätzlich etwas mit der späteren Anstellung zu tun. So könnte von Dir verlangt werden, beim Bewerbungsprozess für eine Stelle im Betrieb ein Verkaufsgespräch mit einem schwierigen Kunden zu meistern. Mit ein wenig Kreativität kannst Du Dich auf die meisten Situationen zumindest grob vorbereiten. Ansonsten ist es sehr hilfreich, einige Übungen des Improvisationstheaters zur Vorbereitung durchzuführen. Frage Dich während dieser Aufgabe unbedingt, was Dein späterer Arbeitgeber wohl von Dir in dieser Situation erwarten wird.