BEWERBER-KOMMUNIKATION: DO’S AND DONT’S

Die Bewerber von heute sind gut informiert, kritisch und anspruchsvoll. Sie wollen keine Standardfloskeln in Stellenanzeigen oder auf Unternehmenswebseiten. Viel wichtiger ist ein echter und ehrlicher Blick hinter die Kulissen des Unternehmens. Potentielle neue Mitarbeiter haben klare Erwartungen, wie sich ein Arbeitgeber gerade in Online-Kanälen präsentieren sollte. Wichtig ist Ihnen vor allem eine Bewerber-Kommunikation auf Augenhöhe.

Wichtigste Informationsquelle in der Bewerber-Kommunikation – Die Karrierewebseite

Fast die Hälfte der deutschen Studierenden besuchen Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie z.B. Kununu. Auf diesen bewerten Mitarbeiter aktuelle und ehemalige Arbeitgeber. Diese Portale sind eine bedeutende Informationsquelle für potenzielle Bewerber. Sie erhalten einen authentischen Einblick von Mitarbeitern und anderen Bewerbern. Das ist wichtig, da es den Karrierewebseiten oft an dieser Authentizität und ehrlichen Information fehlt. Aus diesem Grunde schaffen immer mehr Unternehmen zusätzliche Transparenz mit kurzen Videos einzelner Mitarbeiter auf Ihren Webseiten und auf YouTube. Spezifische Stellen, Programme für Trainees und Weiterbildung sowie Arbeitsfelder können damit umfänglicher dargestellt werden.

Der Karrierewebsite kommt als Informationsquelle im Gesamtkontext die wichtigste Rolle zu. Bewerber erwarten echte Informationen:

• zur Firmenphilosophie
• zu den Werten des Unternehmens
• zu den Entwicklungsmöglichkeiten sowie
• der Vereinbarkeit von Job und Privatleben

Wichtig ist dabei auch die Kommunikation auf Augenhöhe mit dem potenziellen neuen Arbeitgeber und einen echten Einblick in die Unternehmenskultur und den zukünftigen Arbeitsalltag.

Die Dont’s der Bewerber-Kommunikation

Meist sieht die Realität aber anders aus. Bewerbungstipps sind zu allgemein gehalten. Es gibt wenig Platz für Persönliches und zu wenig Transparenz. Bewerber erwarten auf den Karrierseiten 08/15-Floskeln und schöne Stockbilder sowie standardisierte Stellenanzeigen. Auf der anderen Seite erwarten Sie Persönlichkeit und Cultural-Fitness vom Bewerber.

Rund 60 Prozent der potentiellen Bewerber wissen nach dem Besuch der Karrierewebsite nicht, ob ihr Profil zu den Anforderungen des Unternehmens passt und ob sie sich überhaupt Sinn macht sich zu bewerben. Dies ist ein Ergebnis der diesjährigen Studie von potentialpark.de (https://www.potentialpark.com/)

Auch eine lückenlose Kommunikation ist Bewerbern wichtig: Eingangsbestätigungen sind super, reichen aber alleine nicht aus. Kommt ein Kandidat nicht in Frage oder ist der Prozess abgeschlossen, dann muss auch eine Absage gesendet bzw. der Bewerber zeitnah über den Stand seiner Bewerbung informiert werden. Sich gar nicht mehr zu melden, ist keine Option und ist bei Bewerbern nicht gerne gesehen. Das wirft ein schlechtes Licht auf das Unternehmen. Unabhängig davon wird damit auch die Employer Brand des Unternehmens beschädigt. Ein weiteres No-Go für potenzielle Mitarbeiter: Veraltete Technik bei Online-Bewerbungen. Viele Unternehmen bieten rund zehn Jahre alte Formulare an, die oft folgende Probleme haben:

• Komplizierte und unübersichtliche Eingabemasken
• Fehlende oder beschränkte Möglichkeiten, Daten zu speichern
• Fehlende oder beschränkte Optionen, um Dokumente hochzuladen

Darüber hinaus ist die mangelnde, mobile Optimierung ein Minuspunkt in Sachen Bewerber-Kommunikation. Und zwar nicht nur für Online-Bewerbungen, sondern auch bei der eigenen Karriereseite. Vor allem Digital Natives sind frustriert. Rund 39 Prozent haben bereits einen Bewerbungsprozess wegen technischer Probleme schon abgebrochen (Quelle:https://www.personalwirtschaft.de/recruiting/artikel/bewerber-wollen-authentizitaet-und-moderne-technik.html/).

Die Do’s in der Bewerber-Kommunikation

Nicht nur Digital Natives, sondern alle Bewerber haben spezielle Erwartungen und Wünsche, wenn es um die Bewerberansprache und den Bewerbungsprozesse geht. Bieten Sie potenziellen Mitarbeitern mehr persönlichen Kontakt und Austausch. Stellen Sie konkrete Informationen zu den Stufen des Bewerbungsprozesses zur Verfügung. Auch eine Ansprache über soziale Medien wird zunehmend wichtiger und erfolgversprechender. Greifen Sie auf eine lockere, aber dennoch zum Unternehmen passende Sprache zurück. Nutzen Sie zudem echte Bilder aus dem Arbeitsalltag und gehen Sie konkret auf Vorlieben und Wünsche von potenziellen Mitarbeitern ein. Welche das konkret sind, bringen Sie am besten in Fragebögen und Gesprächen mit neuen Mitarbeitern und Bewerbern in Erfahrung.

Neue Wege gehen: Videos zur authentischen Bewerber-Kommunikation

Um die Bewerber-Kommunikation an die neuen Anforderungen und Gegebenheiten anzupassen, müssen Prozesse neu geplant und umgesetzt werden. Immer mehr Unternehmen gehen bereits neue Wege in der Bewerber-Kommunikation. Sie präsentieren sich beispielsweise auf Instagram, watchadoo, Snapchat und Co. oder bieten die Möglichkeit zu mobilen Video-Bewerbung an. Diese Videos können von einem definierten Nutzerkreis gesehen und nach einem standardisierten Kriterienkatalog bewertet werden. Daraus lässt sich ein Ranking der Kandidaten ableiten, die Sie dann zum Vor-Ort Interview einladen. Das spart enorm viel Zeit und Kosten. Sowohl für Sie als Unternehmen als auch für die Bewerber. Namhafte Unternehmen wie Computa Center, Manpower oder Allianz haben dies bereits erkannt und setzen die Video-Bewerbung bereits erfolgreich ein.

Doch nicht nur Bewerbungen über Videos sind ein authentischer und moderner Weg zur Bewerber-Kommunikation. Auch die Außendarstellung des Unternehmens via Video bringt Pluspunkte. Unternehmen können sich so als sympathischer Arbeitgeber präsentieren; ihre Mitarbeiter und das Arbeitsumfeld emotional und umfassend darstellen. Das punktet bei potenziellen Mitarbeitern und schlägt sich positiv auf die Employer Brand aus. Noch dazu ist sie barrierefrei, denn auch leseschwache Bewerber werden durch Videos angesprochen.

Fazit

Eine direkte, transparente, authentische und wertschätzende Bewerber-Kommunikation ist essentiell, um im „War for Talents“ zu gewinnen. Zudem schafft eine moderne Bewerber-Kommunikation einen nachhaltigen und positiven Effekt für Ihre Employer Brand. Stoßen Sie jetzt die notwendigen Änderungen an. Denn immer mehr Bewerber sind Digital Natives, die authentische, ehrliche und kreative Unternehmen schätzen.

Setzen Sie also auf unterhaltsame, emotionale und vor allem informative Inhalte. Nutzen Sie neue Wege wie Social Media und Apps, beispielsweise für die Bewerbung per Video, um die neue Generation abzuholen und für sich zu gewinnen.