HR RECRUITING – EUROPA HINKT HINTERHER

In der Wirtschaftswelt wird der technologische Wandel immer wichtiger. Auch der Human Ressource-Bereich bleibt davon nicht unberührt. Die digitale Transformation ist hier ebenso essenziell, wie in anderen Unternehmensbereichen, wenn nicht sogar noch wichtiger. Denn nur, wenn ein Unternehmen ausreichend hoch qualifizierte Talente hat, kann es sich langfristig internationale Wettbewerbsvorteile sichern. Gerade Europa hängt jedoch in Sachen Digitalisierung im Personalwesen noch stark im internationalen Vergleich hinterher – Nordamerika und sogar Asien und Südamerika haben uns längst überholt. Andere Regionen legen deutlich mehr Experimentierfreuden an den Tag, wenn es darum geht, das Human Ressource Management durch neue, innovativen Technologien voran zu bringen. Gerade einmal ein Fünftel der europäischen Unternehmen nutzt bereits das Handy als aktiven Bewerbungs- und Recruitingkanal. Auch IT-gestütztes Kontaktmanagement, Tracking-Systeme, Videobewerbung oder Online Assessment-Center werden nur wenig genutzt (Quelle: Korn Ferry Studie). Unternehmen aus Europa laufen deshalb zunehmend Gefahr, den Anschluss an diesen Trend, und somit wichtige Wettbewerbsvorteile, zu verpassen.

Fehlende Verzahnung von HR und Unternehmensführung

Noch immer fehlt im Recruiting eine strategische Planung und die enge Verzahnung mit der Unternehmensstrategie. Laut der Korn Ferry Studie ist das Human Ressource Management nur zu rund 43 Prozent in der Lage, die Geschäftsziele des eigenen Unternehmens aktiv zu unterstützen. Viele haben sogar überhaupt keine konkrete Zielausrichtung, was das Rekrutieren und Entwickeln von Talenten angeht. Die meisten schätzen ihren Bedarf an neuen Mitarbeitern aufgrund der Einstellungen im vorhergehenden Jahr. Größere Marktveränderungen oder gar einen Puffer für Innovationen: Fehlanzeige. So wird es schwer, sich als Unternehmen von der Konkurrenz abzuheben und langfristig im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Geschäftsführer stellen daher mehr und mehr konkrete Wünsche an das HR-Management. HR sollte nicht nur Kandidaten screenen und einstellen, sondern verstehen, was die Unternehmensstrategie ist. Die HR-Massnahmen definieren mit denen die Strategie zu unterstützen ist und welche Mitarbeiter dazu benötigt werden. Es gilt zu verstehen, wie viele und welche Mitarbeiter mit welchen Kompetenzen notwendig sind, um die Strategie voranzutreiben. Dabei müssen Abteilungsleiter und Personalchefs eng mit den Recruitern zusammenarbeiten. Diese müssen genau wissen, welcher Bedarf besteht, welche Pläne die nächsten Monate und Jahre verfolgt werden. Sie brauchen Gewissheit über die benötigten Qualifikationen der neue Mitarbeiter. Recruiter müssen zudem in der Lage sein, genau zu kommunizieren, was der Wettbewerbsvorteil und die Stärken des eigenen Unternehmens sind. Nur so können sie die Unternehmensmarke positiv verbreiten. Als Botschafter agieren (Korn Ferry Studie).

Verpasste Marktvorteile durch fehlende Technologien im Recruiting

Moderne Technologie im Bewerbungsprozess gewinnen immer mehr an Bedeutung und die mobile Recruiting-Revolution kommt immer schneller ins Rollen. Bisher nutzen lediglich 28 Prozent der Befragten der Korn Ferry Studie mobile Technologien. Der Trend ist jedoch klar steigend. Dennoch sind dadurch viele Unternehmen bereits im Abseits, denn der Markt und die Nachfrage für mobile Bewerbungsprozesse besteht jetzt. Es ist essenziell für Unternehmen, neue Top-Talente zu erkennen. Sie möglichst auf direktem Wege anzusprechen und abzuwerben. Im Weiteren deren Fähigkeiten zu fördern, um im heutigen Marktumfeld langfristig bestehen zu können. Top-Talente können dabei auch Quereinsteiger sein, die über eine besondere Gabe verfügen. Wer nicht mithält und moderne Bewerbungsmethoden, allen voran das Mobile Recruiting, für sich nutzt, findet kaum noch passende Kandidaten. Vor allem auf dem internationalen Markt gehen so viele herausragende Mitarbeiter verloren. Eine mangelnde Personalplanung, sowie fehlende motivierte Talente wiederum können sich nachteilig für die Gesamtposition eines Unternehmens im internationalen und nationalen Markt auswirken. Es fehlt folglich dann an Innovation, an Schnelligkeit und an Anpassungsfähigkeit. So können selbst erfolgsverwöhnte Unternehmen ins Hintertreffen geraten. Im ungünstigsten Fall sogar vom Markt verschwinden. Internationale Konkurrenten überholen europäische Unternehmen zunehmend, was sich auf die gesamte wirtschaftliche Lage auswirken kann.

Fazit

Nur wer gezielt Recruiting-Tools und mobile Bewerbungsprozesse nutzt, kann effizient und zukunftsweisend arbeiten. Daten solcher Tools, analytische Auswertung und vereinfachte Prozesse in den Fokus der HR Abteilungen rücken. All das kann helfen, die eigenen Unternehmenserfolge nachhaltig zu sichern und weiter auszubauen. Somit im Wettbewerb der Innovationen bestehen zu können. Nur wer jetzt handelt, kann auf den bereits weit entwickelten Märkten mithalten. Talent Manager müssen hierfür einen engen Austausch zu Personalchefs und Geschäftsführern pflegen. Dabei ihre Strategie fest mit der des Unternehmens verankern und frühzeitig auf neue Tools für die Personalbeschaffung setzen.