MITARBEITERENTWICKLUNG IM RAHMEN DER DIGITALISIERUNG Teil 2

In unserem ersten Teil zur Mitarbeiterentwicklung im Rahmen der Digitalisierung haben wir näher beleuchtet, wie sich das Lernen für Arbeitnehmer in der digitalen Arbeitswelt verändern wird. So ist lebenslanges Lernen eine Grundvoraussetzung. Regelmäßiges Lernen in kleinen Einheiten und eigenverantwortliche Weiterbildungen im Rahmen des Arbeitsalltags sind essenziell. Das HR-Management muss dafür sorgen, dass den Mitarbeitern auch die notwendigen Ressourcen und Strukturen hierfür zur Verfügung stehen. Im zweiten Teil erfahren Sie daher, welche Herausforderungen die HR-Abteilung zu meistern hat.  

HR Management muss neu aufgestellt sein

Um den neuen Anforderungen im Rahmen der digitalen Transformation gerecht zu werden, muss sich zunächst die HR-Abteilung selbst neu aufstellen. Nur wenn der Change Prozess bereits im Human Ressource Management beginnt und die neuen Strukturen hier etabliert werden, können die Mitarbeiter dieses Bereichs auch als Vorreiter fungieren. Die Personalabteilung muss zunächst über ausreichend Mitarbeiter verfügen, um die Entwicklungen und Anpassungen im Unternehmen koordinieren und unterstützen zu können. Weiterhin ist es auch für die Personaler selbst notwendig, sich neue, digitale Fähigkeiten durch Mitarbeiterentwicklung anzueignen. Selbst Vorbild in Sachen lebenslanges Lernen zu sein.  

Personaler – Entwickler digitaler Fähigkeiten

Das People Management müssen dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter die Chance haben, ihre digitalen Fähigkeiten zu erweitern, auf- und auszubauen . Ein Großteil der Unternehmen ist davon überzeugt, dass es ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist, dass Mitarbeiterentwicklung so gestaltet ist, dass diese ihren neuen Aufgaben- und Kompetenzgebieten in der Digitalisierung gewachsen sind. Um das lebenslange Lernen der Mitarbeiter zu fördern, stehen dem HR Management verschiedenste Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen müssen Arbeitszeiten und –strukturen so gestaltet sein, dass genügend Freiraum zur Weiterbildung besteht, ohne dass Mitarbeiter dies durch Mehrarbeit ausgleichen müssen. D. h. es gilt Ziele, Verantwortlichkeiten, Ansprechpartner und einen entsprechenden Personalschlüssel zu definieren bzw. vorzuhalten. Nichts ist demotivierender, als Überstunden zu schieben, nur um sich weiterbilden zu können. Zum anderen sind Training on the Job, die Schulung durch Kollegen, Reskilling und Upskilling Möglichkeiten der Kompetenzentwicklung . Zusätzlich bietet schließlich die Rekrutierung von Mitarbeitern eine weitere Methode, noch fehlende Kompetenzen von außen in das Unternehmen zu holen, die für die digitale Transformation von Bedeutung sind.  

Mitarbeiterentwicklung als Herausforderungen für das HR Management

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, steht das HR-Management vor einigen Herausforderungen. So ist es zunächst einmal wichtig, ein umfassendes und strukturiertes Change Management zu etablieren, um die Digitalisierung voranzutreiben und ein digitales Mindset zu etablieren. Es ist essenziell, die immer komplexere Zusammenarbeit innerhalb eines Unternehmens zu managen und die Arbeitszeitmodelle und Arbeitsstrukturen an die neuen Gegebenheiten anzupassen . Gleichzeitig müssen Personaler die Mitarbeiter motivieren, sich auch auf die neuen Anforderungen, Lernmodelle und Veränderungen einzulassen. Personaler müssen frühzeitig und kontinuierlich analysieren, welche Kompetenzen zukünftig wichtig sind und die Mitarbeiter proaktiv beraten , wie sie diese Kompetenzen erwerben können. Anschließend gilt es, die Mitarbeiter beim Aufbau dieser zu unterstützen. Auch Soft Skills wie kritisches Denken, Führungsstärke, Kreativität und emotionale Intelligenz müssen den Mitarbeitern vermittelt werden. Um dem gerecht zu werden, muss die HR-Abteilung gemeinsam mit der Führungsebene, dem IT- und dem Facility Management dafür sorgen, dass auch die Arbeitsumgebung entsprechend gestaltet ist. In einem neuen „Digital Workplace“ sollten Mitarbeiter die Chance haben, sich überall und zu jederzeit weiterzubilden und sich notwendige digitale Fähigkeiten anzueignen. Schließlich rücken auch die Flexibilisierung von Arbeitsstrukturen sowie die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur auf die vordersten Plätze im Rahmen der HR-Arbeit.  

Fazit

Die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen und Anforderung mit sich und das sowohl für Mitarbeiter, als auch für das HR-Management . Es wird zunehmend wichtiger, die bestehenden Mitarbeiter entsprechend aus- und weiterzubilden und ihnen lebenslanges Lernen in kleinen Einheiten am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Mitarbeiterentwicklung ist damit einer der Erfolgsfaktoren im Rahmen der Digitalisierung der Arbeitswelt. People Manager müssen sicherstellen, dass im Unternehmen die notwendigen Strukturen zur Verfügung stehen und die Arbeitszeitmodelle flexibel gestaltet sind. Allen voran gilt es, den Arbeitnehmern mit gutem Beispiel voranzugehen und sie aktiv im Change Prozess der Digitalisierung zu fördern und zu motivieren. Das HR-Management als Entwickler digitaler Kompetenzen ist eine der wichtigsten Säulen, um Mitarbeitern das lebenslange Lernen, eigenständige Weiterbildungen und den notwendigen Erwerb digitaler Kompetenzen zu ermöglichen.