MITARBEITERENTWICKLUNG IM RAHMEN DER DIGITALISIERUNG Teil 1

Die Digitalisierung der Arbeitswelt birgt viele Herausforderungen sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Nach den ersten 4 Phasen der Candidate Journey, der zielgerichteten Jobrecherche, der Übermittlung der Bewerbung an das Unternehmen, idealerweise mobil, erfolgreicher Teilnahme am Auswahlverfahren und der Zusage, steht nun das Onboarding an. Der begleitete Einstieg und die Integration des neuen Mitarbeiters und damit die Bindung an das Unternehmen. Die Mitarbeiterentwicklung sollte dabei von Anfang an im Focus stehen. Auch hier ist das HR-Team gefordert. In unserer zweiteiligen Serie zum Thema Mitarbeiterentwicklung im Rahmen der Digitalisierung erfahren Sie, wie sich das Lernumfeld für die Mitarbeiter verändert und welche Rolle das HR-Management im Rahmen der Mitarbeiterentwicklung im digitalen Zeitalter spielt.

Digitalisierung verändert Jobs und Anforderungen

Die Transformation hin zu einer digitalen Arbeitswelt verändert Jobs, aber vor allem auch die Anforderungen an die Arbeitnehmer stark. Zudem werden immer mehr neue Jobs hinzukommen und Alte in ihrer bisherigen Form nicht mehr existieren. Durch immer rasantere Entwicklungen und Innovationen sinkt die Halbwertszeit von Fachwissen zunehmend. Ein Großteil der Unternehmer schätzt gar, dass die sogenannte Generation Z Jobs ausüben wird, die es im Moment noch gar nicht gibt. Die Generation Z umfasst dabei alle jene, die um die Jahrtausendwende geboren wurden und im Moment somit noch unter 20 Jahre alt sind. Das bedeutet, dass Aus- und Weiterbildungen bereits beim Onboarding für Mitarbeiter zunehmend erfolgskritischer werden. Fehlende fach- aber vor allem technische und Medien-Kenntnisse von Arbeitnehmern in immer engeren Bewerbermärkten können schnell zum Stolperstein für die digitale Transformation im Unternehmen werden. Mitarbeiter müssen sich daher eigenverantwortlich weiterentwickeln, um die Jobs zu bekommen, die sie haben möchten und um diese auch zu behalten. Dabei sind nicht nur fachspezifische Fähigkeiten notwendig, sondern vor allem auch Kompetenzen wie Kreativität, Soft Skills, emotionale Intelligenz und geistige Flexibilität. Nur dann haben Arbeitnehmer die Chance, sich in der digitalen Arbeitswelt zu behaupten.  

Lebenslanges Lernen und Mitarbeiterentwicklung als Grundvoraussetzung der Digitalisierung

Um sich an die rasanten Entwicklungen am Markt anzupassen, ist lebenslanges Lernen zunehmend wichtiger. Es muss ein ständiger Begleiter im Arbeitsalltag und fester Bestandteil der digitalen Arbeitswelt sein. Althergebrachte, langfristig geplante Seminare sind nicht mehr zukunftsträchtig. Steigende Komplexität, kurzfristige und schnelle Veränderungen sowie spezifischere Anforderungen an die Mitarbeiter verlangen lebenslanges Lernen und das weitgehend eigenverantwortlich. Das HR-Management muss jedoch sicherstellen, dass die Arbeitnehmer hierfür auch ausreichend Spielraum und Flexibilität im Arbeitsalltag haben. Damit sich neue Mitarbeiter und Kollegen der Stammmannschaft in der digitalen Welt zurechtfinden, sind Weiterbildungen und Weiterqualifizierung unabdingbar. Sie müssen ihre Fähigkeiten zunehmend diversifizieren und sich zu den bisherigen Fähigkeiten neue Kompetenzen aneignen und neue Fachgebiete erschließen. Eine beliebte Alternative zu langfristig geplanten Weiterbildungskursen ist daher das kontinuierliche Lernen während der Arbeitszeit. Hier schulen Kollegen ihre Kollegen und geben das Know-how aus ihrem Fachbereich jeweils weiter. Training on the Job erhält damit eine zentrale Bedeutung. Der Rahmen für das Verständnis und methodische Rüstzeug kann berufsbegleitend an Hochschulen erworben werden.  

Fazit

Zukünftig hängt das Arbeitsleben nicht mehr davon ab, was man kann bzw. einmal an Wissen erworben hat, sondern davon, welche Fähigkeiten man zukünftig erlernen muss und welche neuen Aufgabenbereiche im Rahmen der Digitalisierung den eigenen Job erweitern. Der eigene Arbeitsplatz wird zunehmend zum täglichen Trainingscenter und die eigenen Kollegen zum Coach. Kurzfristig werden Mitarbeiter öfter und in kleineren Einheiten ihre Kompetenzen erweitern müssen, um in der neuen Arbeitswelt zu bestehen, um kein Hindernis im Rahmen der digitalen Transformation im Unternehmen zu sein. Das HR-Team spielt eine tragende Rolle, um den Arbeitnehmern auch die notwendigen Strukturen und Möglichkeiten für das lebenslange Lernen zu bieten. In unserem zweiten Teil zum Thema erfahren Sie deshalb, welche Rolle die HR-Management in Sachen Weiterqualifizierung von Mitarbeitern in der digitalen Welt spielt und welche Aufgaben HR-Manager hierbei bewältigen müssen.