OBJEKTIVITÄT VON VIDEOINTERVIEWS: WIE FAIR SIND DIESE WIRKLICH?

Wie kann die Objektivität von Videointerviews sichergestellt werden?

Immer mehr Unternehmen setzen in der Personalauswahl und im Personalmarketing auf zeitversetzte Videointerviews. Diese ermöglichen Kompetenzen in der Lebenslaufanalyse basierend auf Beobachtung zu überprüfen. So werden im Rahmen eines zeitversetzten Videointerview Kandidaten gesichtet und deren Bewerbung anschließend evaluiert. Unternehmen schätzen vor allem die Effizienz und die Genauigkeit des Verfahrens zur Personalauswahl. Wie sieht es aber mit der Objektivität von Videointerviews genau aus? Die beiden häufigsten Formen von videobasierten Interviews sind Liveinterviews und zeitversetzte Videointerviews. In letzterem agieren Kandidaten und Recruiting völlig unabhängig voneinander. Der Kandidat zeichnet seine Antworten auf vorher definierte Fragen der Recruiter auf. Anschließend wird das Video an die zuständigen Personen im Unternehmen geleitet.  

Strukturierte Videointerviews sorgen für Objektivität und Vergleichbarkeit

  Besonders wichtig zur Gewährleistung der Effizienz des Videointerviews sind Struktur, Konsistenz und Anforderungsrelevanz der Fragen für die zu besetzende Stelle. Strukturierte Videointerviews gewährleisten valide Vorhersagen über die Fähigkeiten von Kandidaten und eine starke Vergleichbarkeit verschiedener Bewerber. Vor allem hier sorgen zeitversetzte Videointerviews für hohe Objektivität der Personalauswahl, da Antworten und sonstige Kriterien der Bewerber unabhängig voneinander bewerten werden. Auch Kontroversen mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) müssen Personaler bei gradlinig strukturierten Interviews nicht befürchten: Das Bild des Kandidaten steht durch den Anforderungsbezug der Fragen sowie der standardisierten Bewertungsmethode nicht im Fokus.  

Personalmarketing: Candidate Experience im Vorstellungsgespräch

  In Zeiten von mangelnden Bewerberzahlen steht die sogenannte Candidate Experiene im Fokus. Hier zeigen Studien, dass bei zeitversetzten Videointerviews ein positiver Einfluss auf das Unternehmen und seinen Recruiting-Prozess erzielt werden kann. Für den Vertrauensaufbau zwischen Unternehmen und Bewerber ist ein persönliches Treffen zumindest anfangs nicht von größerer Bedeutung. Ausschlaggebend ist für die Kandidaten laut einer aktuellen Umfrage zum einen die Ergebnisorientierung, die Transparenz des Bewerbungsverfahrens sowie eine Kommunikation auf Augenhöhe. Auch technische Kriterien sind von großer Bedeutung für Unternehmen. Ob das virtuelle Vorstellungsgespräch des Interviews bei den Bewerbern einen positiven Eindruck hinterlässt, hängt vor allem von der Benutzerfreundlichkeit der eingesetzten Software und dem offensichtlichen Nutzen für den Bewerber ab. Idealerweise wird dieser sowie der restliche Ablauf des Auswahlverfahrens bereits vorab auf transparente Art kommuniziert. Gute Argumente sind hier zum Beispiel zeitliche und örtliche Flexibilität, die Möglichkeit sich dem Unternehmen über die Bewerbungsmappe hinaus als interessanten Kandidaten zu präsentieren und natürlich die hohe Vergleichbarkeit der strukturierten Interviews und damit die Genauigkeit der Personalauswahl. Weitere wichtige Faktoren können ein professioneller Unternehmensauftritt und die Einblendung einer entsprechenden Unternehmensidentität in die Interviews sein (zum Beispiel durch Firmenlogo, Begrüßungsvideo oder eine tiefgehende Stellenbeschreibung). Mit zeitversetzten videobasierten Interviews wird die Bewerbung vor allem für die Generation Y aber auch für Personaler bei der Lebenslaufanalyse wieder ein spannendes Thema. Was schlussendlich mit einer objektiven Bewertung des Videointerviews einhergeht.  

Fazit

  Auch wenn teilweise Bedenken gegenüber der Objektivität von Videointerviews besteht, zeigt sich in der Praxis, das mit einem strukturierten Prozess und Ablauf des Interviews keinerlei Bedenken bestehen müssen. Vielmehr können videobasierte Interviews den Recruiting-Prozess optimal ergänzen und allen Beteiligten die Möglichkeit bieten Zeit und Kosten einzusparen.