INNOVATIVES VIDEO-RECRUITING IM RAHMEN DER HR-DIGITALISIERUNG

Die Verschiebung von traditionellen Bewerbungsprozessen mit lang dargestellten Lebensläufen und Motivationsschreiben hin zur Bewerbung und Kommunikation mit mobilen Endgeräten schreitet voran. Derzeit vollzieht sich bei der Suche und Gewinnung von neuen Mitarbeitern in Unternehmen eine grundlegende Veränderung der Art und Weise wie Recruiter arbeiten und wie neue Mitarbeiter gewonnen werden. Die Veränderungen sind in aller erster Linie getrieben durch die weiter voranschreitende Digitalisierung und einen Mentalitätswandel .

Der Mangel an Fachkräften im MINT-Bereich, bei den Bauberufen sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen tragen zu diesem grundlegenden Wandel bei. Zudem drängt eine neue Generation von Berufswilligen nach Studium und Ausbildung auf den Arbeitsmarkt. Diese Faktoren wirken sich auf die Prozesse und die Arbeitsweise im Human Ressource Bereich aus. Dies gilt insbesondere bei der Ansprache, Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern. Dem Video-Recruiting kommt im Rahmen dieser Veränderungen eine wichtige Bedeutung zu.

Bye Bye „Post & Pray“

So schreiben inzwischen alle Firmen ihre offenen Positionen auf ihren Webseiten und den großen Stellenportalen aus. Doch zum größten Teil herrscht nach wie vor die „Post & Pray“ Mentalität in den Personalabteilungen vor. Sprich es wird abgewartet, dass sich die Bewerber mit allen benötigten Kompetenzen für die Position in ausreichender Anzahl melden. Dabei wird nach wie vor ein Anschreiben mit mehrseitigem Lebenslauf und vielen Zeugnissen sowie Zertifikaten erwartet. Für Bewerber, die mobil eine interessante Stellenausschreibung entdeckt haben, bedeutet das spätestens beim Schritt von der Stellensuche zur Bewerbung Schluss mit der mobilen Nutzung. Der Wechsel zum Desktop-PC ist Pflicht!

Aufwendiger und unzeitgemäßer Bewerbungsprozess

Die Bewerber sind dazu „gezwungen“ ihre Unterlagen auf Datenbanken hochzuladen, bei den sie sich erst umständlich registrieren müssen. Umfang und Dateigröße sowie die Anzahl der Dokumente, die hochgeladen werden können, werden erst im Bewerbungsprozess selbst offensichtlich. Hat der Stelleninteressent diese Hürde genommen, erhält er zumeist eine automatisch generierte Eingangsbestätigung seiner Bewerbung. Danach hört er dann in vielen Fällen wochenlang nichts mehr. Was in dieser Zeit mit seinen Unterlagen geschieht, wer diese bearbeitet, was der Stand der Bearbeitung ist – für einen Außenstehenden eine völlige Blackbox.

HR-Prozesse erschweren den Interessenten das Bewerben

Da insbesondere im ITK-Bereich vielen offenen Positionen zu wenige Bewerber gegenüberstehen ist ein Umdenken bei den Verantwortlichen in den Unternehmen und HR-Abteilungen dringend erforderlich. Wechselwillige und insbesondere Bewerber der Generation Y und Z stellen andere Anforderungen an den Rekrutierungsprozess. Insbesondere diese begehrte Zielgruppe ist nahezu ausnahmslos mobil unterwegs. Diesen Tatsachen müssen sich Recruiter stellen. Die mobile Bewerbung via Smartphone bietet hier die optimale Lösung. Entdeckt der Interessent auf seinem Smartphone seinen Traumjob kann er sich sofort mittels Video-Recruiting auf diesen bewerben. Dazu lädt es seinen in der Cloud hinterlegten Lebenslauf hoch oder erstellt diesen in der Talentcube App. Anschließend beantwortet er 3 vom Unternehmen hinterlegte Fragen mit Hilfe der Videofunktion seines Smartphones und sendet alles zusammen aus der App heraus an das Unternehmen.

Die durchgängige Digitalisierung im HR-Bereich ist alternativlos

Die Zahlen sprechen für die vollständige Digitalisierung im Human Ressource Bereich. Mehr als jeder zweite Befragte (55 Prozent) ist per mobilem Endgerät schon mal auf ein Stellenangebot aufmerksam geworden – mobil beworben haben sich allerdings gerade mal knapp 13 Prozent. Dieser niedrige Wert hat mehrere Gründe. Einerseits ist es den Kandidaten zu umständlich, Dinge wie das Anschreiben über das Smartphone zu verschicken (75 Prozent) oder gar zu erstellen (65 Prozent). Die meisten Bewerber (70 Prozent) stört die generelle Unübersichtlichkeit auf dem kleinen Bildschirm.

Dabei stellt sich generell die Frage nach der Aussagekraft des Anschreibens. Wird es doch nachgewiesenermaßen kaum gelesen und oft von Ghostwritern verfasst. Außerdem sagt es nichts über die Persönlichkeit des Bewerbers aus! Die Persönlichkeit lässt sich hingegen direkt und unmittelbar über das Video-Recruiting vermitteln. Die kurzen Videosequenzen von jeweils 45 Sekunden können von den mit der Gewinnung von Mitarbeiter betrauten HR’lern zu jeder Zeit von jeden Ort aus eingesehen und werden. Dies steigert zudem die Effizienz im Recruiting-Prozess.

Mediennutzung der Generation Y bei der Jobsuche

Mediennutzung der Generation Y bei der Jobsuche

Wären die technischen Möglichkeiten durchdachter und komfortabler, würde 53 Prozent der Bewerber auch mobile Video-Recruiting Prozesse nutzen, um sich zu bewerben. Deutlich wird an diesen Tatsachen und Ergebnissen: Das Thema Mobile Recruiting ist kein Hype oder eine Modeerscheinung. Es wird nicht wieder verschwinden. Die Nutzung von Smartphones und Tablets wird das Leben immer weiter durchdringen. Für künftige Generationen wird es also immer selbstverständlicher werden eine Bewerbung nur noch über mobile Endgeräte abzuwickeln. Darauf müssen sich Arbeitgeber einstellen. Die digitale Transformation ist alternativlos. Weitere Informationen dazu in unserem Beitrag, Kapitel 20, des Buchs „Digitale Unternehmensführung“ im Springer Gabler Verlag.

Deshalb sollten Unternehmen ihre HR-Prozesse und damit auch ihre Recruiting-Aktivitäten auf allen Ebenen digital ausrichten und Video-Recruiting als festen Bestandteil ihrer Arbeitsweise verankern.